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Bachelier (1900)

Bachelier legt in seiner Arbeit der “Theorie der Spekulation” den Grundstein für die Theorie der stochastischen Prozesse. Obwohl zunächst heftig umstritten, bildet Bachelier die Preisfluktuationen durch die Normalverteilung ab. Aufgrund der mathematischen Ausnahmestellung dieser Verteilungsfunktion wird diese Annahme in vielen theoretischen Arbeiten, aber auch in praktischen Umsetzungen bis heute zugrunde gelegt.

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Markowitz (1952)

Markowitz gilt als der Gründungsvater der modernen Portfoliotheorie. Ausgehend von der Annahme eines rationalen Investors, der jederzeit nutzen-maximierend handelt, stellt er die Beziehung von Risiko und Rendite in Portfolios her. „Effiziente Portfolios“ sind danach diejenigen Titelzusammenstellungen, die zu einem vorgegebenen Risiko die maximale Rendite erwirtschaften.

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Sharpe/Lintner (1964/1965)

Aufbauend auf den Arbeiten von Markowitz entwickeln Sharpe und Lintner Gleichgewichtsmodelle für die Finanzmärkte (Capital Asset Pricing Model). Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich Märkte immer wieder in eine Art Gleichgewicht begeben und dass Renditen durch Risikofaktoren erklärt werden können. In dieser Denkweise können Anomalien entstehen, die aber nur temporär existieren.

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Fama (1970)

In einer Review- Arbeit postuliert Fama die Hypothese der „Effizienten Märkte“. Ausgehend auch von früheren Erkenntnissen über „Random-Walks“ wird hierbei postuliert, dass alle Informationen über ein Wertpapier in dem aktuellen Preis enthalten sind und kein Investor dauerhaft höhere Renditen („Überrenditen“) bei einem vergleichbaren Risiko erwirtschaften kann.

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Black/Scholes (Merton, 1973)

Das Optionspreis-Bewertungsmodell von Black/Scholes sowie Merton ist bis heute der Industriestandard zur Bewertung von Optionen. In diesem Modell werden Preise als normalverteilt angenommen und die Preisprozesse als geometrische Brown’sche Bewegung („Random-Walk“) modelliert.

Zusammenfassug

Diese Meilensteine der Wirtschaftswissenschaften prägen bis heute die Grundannahme, dass Märkte im Wesentlichen durch das Zusammenspiel von Risiko und Rendite funktionieren. Kein Investor kann sich in dieser Betrachtung bei Zugang zu allen Informationen dauerhaft einen Vorteil verschaffen. Wenn Überrenditen zum sogenannten Markt existieren, kommen diese entweder durch ein inhärentes höheres Risiko zustande oder diese sind – ausgehend von einem Gleichgewichtsmodell – nur temporärer Natur. In diesem Sinne soll eine bessere Informationsversorgung auch zu effizienteren Märkten führen.

Zu diesem bis heute geprägten Bild der Neoklassik gibt es wesentliche Kritik. 

Literatur

  • Bachelier, Louis, Théorie de la Spéculation, 1900, Annales scientifiques de l’École Normale Supérieure. Sér. 3, Bd. 17, 21-86.
  • Black, Fischer and Scholes, Myron, The Pricing of Options and Corporate Liabilities, 1973, Journal of Political Economy. 81, 3, ISSN 0022-3808, 637–654.
  • Fama, Eugene, Efficient Capital Markets: A Review of Theory and Empirical Work, 1970, Journal of Finance 25 (2): 383–417.
  • Fama, Eugene F., Random Walks in Stock Market Prices, Sep. – Oct., 1965, Financial Analysts Journal, Vol. 21, No. 5 (), 55-59.
  • Lintner, John, The Valuation of Risk Assets and the Selection of Risky Investments in Stock Portfolios and Capital Budgets, 1965, Review of Economics and Statistics. 47:1, 13–37.
  • Markowitz, Harry M., Portfolio Selection, 1952, Journal of Finance. 7,ISSN 0022-1082, S. 77–91.
  • Sharpe, William, Capital Asset Prices: A Theory of Market Equilibrium under Conditions of Risk, 1964, Journal of Finance, 425–442.